Feststoffgäranlagen Drucken


Vergärung von festen Abfällen

Seit 1993 werden in der Schweiz auch Anlagen zur Vergärung getrennt gesammelter häuslicher Abfälle betrieben. Insgesamt stehen heute bald 20 Anlagen von bis zu über 20'000 Jahrestonnen in Betrieb. In allen Werken wird das Gas in WKK-Anlagen genutzt. In einigen davon wird zusätlich Gas gereinigt, komprimiert und ins Gasnetz eingespeist bzw. zum Antrieb von PKW’s und LKW’s eingesetzt. Bei einer Anlage handelt es sich um eine Pilotanlage mit rund 2500 Jahrestonnen Verarbeitungskapazität. Vergäranlagen schneiden in der Ökobilanz sehr viel besser ab als professionelle Kompostieranlagen, vor allem weil ihre Energiebilanz positiv ist.

 Kompogas Feststoffgäranlage

Weit verbreitet sind sogenannte Pfropfstromreaktoren: Das Material tritt auf der einen Seite eines liegenden Zylinders ein, durchläuft diesen (mit definierter Aufenthaltszeit) und tritt auf der gegenüberliegenden Seite wieder aus. Das Bild zeigt eine solche sogenannte "Kompogasanlage".

Ausgangsmaterialien aus den Kommunen haben Trockensubstanzgehalte zwischen 20 und 40%. Es ist wichtig, dass keine unerwünschten Stoffe in die Anlage und damit in das Gärgut gelangen. Es ist daher darauf zu achten, dass nur sorgfältig separiertes organisches Material angeliefert wird (Bild unten).

 Ausgangsmaterial mit wenig Fremdstoffen

Nach dem Gärprozess ist der Trockensubstanz-Gehalt stark reduziert. Das Material wird daher mit einer Presse entwässert. Das feste Material wird 2–3 Wochen nachkompostiert und als Kompost an Landwirte und Gärtner abgegeben. Die flüssige Phase wird entweder den Bauern als Dünger geliefert oder als Feuchtemittel zur Kompostierung eingesetzt. Es könnte auch auf Abwasserqualität nachbehandelt werden - was allerdings kaum zum Zug kommen dürfte: Dieses sogenannate Presswasser ist sogar für die biologische Landwirtschaft zertifiziert und daher in der Landwirtschaft als Flüssigdünger begehrt.

 

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